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Regionalplattform Oldenburg für den Widerstand gegen Atompolitiker und Atomindustrie

Am Mittwoch, den 21.01.2015 war Jochen Stay, Sprecher der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, im Rahmen seiner Info-Tour durch deutsche Städte auch zu Gast in Oldenburg im Vortragssaal des PFL. Rund 50 ZuhörerInnen verfolgten den außerordentlich spannenden und informativen Vortrag.

Atomkraftwerke produzieren seit Jahrzehnten zigtausende Tonnen Atommüll. Kein Gramm davon sei bisher schadlos entsorgt, so Stay in seinem Vortrag. Im Gegenteil zeigten die Atomlager Asse und Morsleben, aber auch ohne Genehmigung laufende Zwischenlager wie Brunsbüttel, dass angesichts der rostenden Fässer größte Sorge angebracht ist. Trotz der Abschaltung einiger Atomkraftwerke bleibe Deutschland weiterhin der zweitgrößte Atommüllproduzent der EU. Bei der Entsorgung sei ein gesellschaftlicher Konsens notwendig. „Wenn die Gesellschaft nicht mitgenommen wird, kann der Atommüllkonflikt nicht gelöst werden“, sagte Stay. Die Atommüllkommission sei vor diesem Hintergrund falsch besetzt. Die so genannten unabhängigen Experten hatten in der Vergangenheit allesamt in unterschiedlicher Weise Atomkraft unterstützt oder einen Nutzen davon. Einige haben sogar am Endlagersuchgesetz, das die Kommission bewerten soll, mitgearbeitet. Auch einige der VertreterInnen der Zivilgesellschaft in der Atommüllkommission seien nicht unvoreingenommen so z. B. der Ex-Chef von Eon-Kernkraft oder der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Urenco (u. a. Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau). Mit diesen Beteiligten kann kein gesellschaftlicher Konsens hergestellt werden, weil eine ergebnisoffene Diskussion unmöglich erscheint.

Jochen Stay berichtete auch davon, dass eine echte gesellschaftliche Diskussion durch einen Teil von Politik und Medien zu verhindern versucht wird. Er berichtete, dass die derzeitige Regierung teure Studien in Auftrag gibt, um herauszufinden, welche sprachlichen Formulierungen zu der Thematik möglichst wenig Angriffsfläche bei den Menschen auslösen.

Die anschließende lebhafte Diskussion war deutlich getrieben von der Sorge um die ungelöste Atommüllproblematik. Vielen Dank an alle anwesenden TeilnehmerInnen!

Zum Schluss noch einige gerne zu diskutierende Thesen unsererseits:

  • Mit Unterstützung des BUND und des AStA hatten wir u.a. durch Flyer verteilen in der Uni zur Teilnahme an der Infoveranstaltung aufgerufen. Leider sind sehr wenig junge Leute dieser Einladung gefolgt. Ist die Atommüllproblematik bei jungen Leuten derzeit, vielleicht auf Grund des geplanten Atomausstiegs, ad acta gelegt worden?
  • Obwohl eine Pressemitteilung an zahlreiche Zeitungsredaktionen, Radio-, TV-, und Onlineredaktionen verschickt wurde, war kein einziger Pressevertreter anwesend. Unterstreicht dies Jochen Stays Sicht auf den medialen Umgang mit der Thematik, oder spielt auch hier der Atomausstieg eine Rolle?
Kommentare   
U.ahrens
#2 U.ahrens 2015-02-03 14:31
Der Frau Richter ist klar zuzustimmen. leider war ich selbst verhindert, die ganze Problematik erschreckt aber auch viele Leute, auch junge. Sie drehen oft lieber den Kopf weg, dann existiert die Gefahr vermeintlich nicht mehr. Um so eher werden sie dann später von den Folgen dieser katastrophalen 'Nutzung' von Atom-energie eingeholt.
Dass ältere Leute dort waren, zeigt aber auch ihre Verantwortung für zukünftige Generationen.
Alle Atomanlagen -egal ob militaärisch oder 'friedlich' müssen geschlossen wer- den. Sonst werden immer mehr Bereiche dieses Globus für höhere Lebewesen auf tausende von Jahren unbewohnbar. Die Erde ist unsere Mutter - niemals vergessen. Manche Bauern, die vor der Ernte etwas opfern, haben weit mehr verstand als solche Nukleartechnike r. Von denen könen wir was lernen.
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Mirja Richter
#1 Mirja Richter 2015-01-25 13:07
Mir ist es auch aufgefallen, dass kaum jüngere Menschen bei dem Vortrag waren. Dabei geht es gerade uns Jüngere an, was weiterhin mit dieser Umwelt geschieht und wie wir sie schützen können. Leider steht wohl bei den Studierenden nur noch das Eigenwohl im Vordergrund. Schon traurig für unsere Zukunft.
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